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16
Feb

Projektmanagement als Turbo Boost für die Unternehmensentwicklung

Projektmanagement ist ohne Frage eine erfolgreiche Methodik. Sie wurde entwickelt, um schwierige Aufgaben zu bewältigen und ist dabei so nützlich, dass sie inzwischen in allen Unternehmen großflächig eingesetzt wird. Entsprechend gibt es sogar DIN und ISO Normen zu Projektmanagement. Projektmanager sind heute weitgehend geschult und überwiegend zertifizierte Fachkräfte.

Eine gute Sache setzt sich durch, sollte man meinen. Naja, mit Abstrichen. Denn obwohl das Projektmanagement so etwas wie seine eigene Erfolgsgeschichte schreibt, erreichen etliche Projekte ihre Ziele nicht. Und die Prügelknaben sind in der Regel die Projektmanager [Flyvbjerg].

Aber diese Rückschläge bremsen den Aufstieg des Projektmanagements nicht. Projektmanagement wandelt gerade seine Rolle von einer Methodik zu einer Führungskonzeption der Unternehmensführung.

Was ist damit gemeint?

Unternehmen müssen sich mit hoher Geschwindigkeit weiterentwickeln

Unternehmen befinden sich im globalen Wettbewerb, der von zunehmend hoher Dynamik und immer mehr disruptiven Veränderungen geprägt ist [KPMG]. Das verlangt ihnen eine neue Kernkompetenz ab: Entwicklungsfähigkeit und das mit noch nie dagewesener Geschwindigkeit.

In der Managementlehre lassen sich einige Vorschläge finden, wie man die genannten Kernkompetenzen ausbilden könnte. Deren Namen sind Programm: Beispielsweise Dynamic Capabilities, Evolutionäre Unternehmensentwicklung, Fluide Unternehmen

Um dieses Ansätze umzusetzen, benötigt man bestimmte Organisationsstrukturen, die mit neuen Herausforderungen in weitgehender Selbstorganisation gut umgehen können. Das klingt wie die Jobbeschreibung eines Projektes.

Projektmanagement im Sinne der strategischen Unternehmensentwicklung einzusetzen, macht Projekte zum Nukleus der strategischen Unternehmensentwicklung. Das verspricht größere und schnellere Entwicklungsfähigkeit [Scheurer, S.12].

Und wie geht das praktisch?

Um dieses strategisch wichtige Potenzial von Projekten zu realisieren, muss die Verantwortung für die Unternehmensentwicklung vom Topmanagement zunehmend in die Projektorganisation wandern. Die Ziele, die Aufgaben und die Methodik des Projektmanagements müssen unmittelbar mit der Unternehmensentwicklung verknüpft werden. Daher kommt auch der Anspruch an die Projektmanager, zunehmend unternehmerisch und strategisch zu arbeiten.

Der Wandel zum schnellen Wandel

Ein Unternehmen, das durch seine Projektorganisation seine Entwicklungsgeschwindigkeit beschleunigen möchte, muss sich tiefgreifenden Veränderungen unterziehen, die das gesamte Unternehmenssystem betrifft mit allem was dazu gehört: Organisatorische Strukturen, Zuständigkeiten, Führungsstile, Kultur und nicht zuletzt die Menschen.

Das sind keine einfachen, kleinen Umorganisationen. Es geht um die grundlegende Änderung der Strukturen und der Vereinbarungen, wie die Menschen im Unternehmen miteinander arbeiten. Hierarchische Strukturen weichen zunehmend Netzwerken, Verantwortung wird mit dem Netzwerk geteilt und es bedarf einer Vertrauenskultur.

Diese Art von Veränderungen braucht Vorbilder. Hier ist das Management gefragt. Die Entscheider von heute wussten früher häufig nicht, welche Rolle sie in Bezug auf Projektmanagement eigentlich spielen sollen. Jetzt wissen sie es. Die Manager müssen die Veränderungen vorleben. Sie müssen glaubhaft und authentisch ihr Verhalten ändern. Den Führungsstil umstellen. Verantwortung delegieren. Vertrauensvorschuss geben. Mit größerer Unsicherheit leben.

Durch konsequentes Handeln und symbolhafte Akte, die für alle sichtbar sind, legen die Manager die Voraussetzungen für einen grundlegenden organisatorischen und kulturellen Wandel des Unternehmens zu einem projekthaften und damit weiterhin wettbewerbsfähigen Unternehmen. Und finden so den Turbo Boost für die eigene Unternehmensentwicklung.

Klingt irgendwie gut, die neue Jobbeschreibung für das Projektmanagement.

Quellen:

Flyvbjerg: „Die meisten Projektmanager sind Dummköpfe oder Lügner“
KPMG: „Global Automotive Executive Survey 2016“
Bea/Scheurer/Hesselmann: Projektmanagement, 2.A., Konstanz, 2011

2 Responses

  1. Sandra Danner

    Hallo Johannes,

    interessanter Artikel – freue mich, mehr von Euch zu hören!

    Einen guten Wochenstart,

    Sandra

    1. Johannes Wille
      Johannes Wille

      Hi Sandra,

      schön, wenn wir hier inspirieren konnten… Fortsetzung folgt garantiert :)

      Herzliche Grüße

      Johannes

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