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Virtuelles Coaching
28
Aug

Virtuelles Coaching: So kann´s gehen

Wenn man die Augen schließt und sich den Begriff Coaching durch den Kopf gehen lässt, haben die meisten von uns wahrscheinlich zwei Menschen in einem Raum, gegenübersitzend und in der Mitte ein Tisch, ein Flipchart oder eine Stellwand im Kopf. Wie kann Coaching aber nun, unter den durch Corona ausgelösten Bedingungen, virtuell funktionieren? Ist es überhaupt wertvoll, virtuelles Coaching durchzuführen? Diese Fragen möchte ich mit euch im Folgenden beantworten.

Wie soll der Beziehungsaufbau zwischen Coachee und Coach auf Distanz gelingen?

Das ist eine in meinem Umfeld oft gestellte Frage. Viele können nicht glauben, dass man eine gute, sichere und vertrauensbasierte Beziehung aufbauen kann, wenn man sich nicht persönlich trifft. Ich kann diese Skepsis verstehen und muss gestehen, dass es mir zu Beginn in meinen Coaching-Terminen auch nicht direkt leichtgefallen ist, mit meinem Coachee so in Verbindung zu treten, wie ich es zuvor gewohnt war. Drei Punkte, die ich daher im Kontext vom virtuellen Coaching besonders berücksichtige:

  1. Mehr Zeit für das Kennenlernen einplanen: Ich bereite spielerische Methoden vor, um in entspannter Atmosphäre – ohne Fragebogen-Charakter – meinen Coachee kennenzulernen.
  2. Mehr von mir erzählen: So kann sich mein Coachee einen besseren Eindruck von mir verschaffen und vertrauen zu mir aufbauen, da meine Art und mein Wirken natürlich schwieriger virtuell übertragbar ist als bei einem persönlichen Treffen.
  3. Mehr auf Stimme und Zwischentöne achten: Durch die Berücksichtigung von Ton, Pausen und Vibration des Gesagten, kann ich besser auf mein Gegenüber eingehen.

Wie soll der Einsatz von Methoden und Visualisierungen in einem virtuellen Setting möglich sein?

Das ist möglich und gar nicht so schwierig, aufwendig oder kostspielig. Ich kann empfehlen, sich die vielen tool-gestützten Möglichkeiten zu Nutze zu machen (die sich durch Corona im Sinne Performance und Anwendungsbereich erheblich verbessert haben), wie:

  • Video Calls
  • Whiteboards
  • Coaching-Apps

Habt ihr Fragen zu solchen Tools? Dann schaut euch dazu gern unseren Artikel über Tools für virtuelle Meetings an.

Über ein Online-Whiteboard-Tool könnt ihr synchron genau das visualisieren, was gerade besprochen wird und aktiv mit eurem Coachee in Interaktion treten. Beide Seiten können Bilder hochladen, Textfunktionen sowie Skizzen nutzen, Skalen erarbeiten, Assoziationskarten verwenden und vieles mehr. Auch ein Brainstorm kann hierüber aufgebaut werden, welches langfristig und über mehrere Sessions hinweg das Coaching stützen kann. Für den Coachee hat es den Vorteil, dass es eine dauerhafte Visualisierung seiner Thematik darstellt. Coaching-Apps könnt ihr gezielt anwenden, um Fragetechniken zu lösungsorientiertem Coaching oder Übungen zum Selbstmanagement und dem Umgang mit Veränderungen einzubauen. Man kann sich also an vielerlei Hilfsmitteln der digitalen Welt bedienen.

Ist virtuelles Coaching überhaupt sinnvoll und wertvoll?

Aus meiner Erfahrung der letzten Monate sprechen viele gute Gründe für virtuelles Coaching und das unabhängig von äußeren Einflüssen, die uns manchmal dazu zwingen auf den virtuellen Austausch zurückzugreifen.

  • Terminierung und Zeitaufwand gewinnen an Flexibilität. Weder Coach noch Coachee müssen Zeit für An- oder Abreise einplanen, die gewonnene Zeit kann gut für einen längeren Austausch verwendet werden und Coaching kann auch mal kurzfristig bei akutem Bedarf eingeplant werden.
  • Aufmerksamkeit, Offenheit und aktive Mitarbeit bleiben in keinem Fall auf der Strecke. Gerade das virtuelle Setting kann eine sichere und komfortable Umwelt für den Coachee bewirken und das kann wiederum dazu führen, intensiver und offener auch über schwierigere Thematiken zu sprechen. Probiert gerne eine Coaching-Session nur mit Audiospur stattfinden zu lassen, auch das kann sehr erfolgsversprechend sein. Keiner blickt kritisch in die Kamera, achtet auf sein Doppelkinn, fühlt sich beobachtet oder lässt sich von seinem Bildschirm ablenken. Geschärft werden Aufmerksamkeit und Zuhören; Details lassen sich besser erkennen.
  • Im virtuellen Raum kann ich nicht empathisch reagieren, weil sich die Emotionen meines Coachees nicht erkennen lassen? – Nein, keineswegs. Wir empfangen über Video und Audiospur alle Informationen, die wir für die Arbeit als Coach benötigen. Wichtig ist vorhandenes Vertrauen. Sobald sich unser Gegenüber öffnet, können wir über Stimmlage und -lautstärke, Gesichtsausdruck und Gestik erkennen was relevant und wichtig ist.
  • Umweltschutz: Auch unsere Umwelt sollten wir stärker bei beruflichen Entscheidungen berücksichtigen. Virtuelle Coachings und Trainings reduzieren unsere Reisetätigkeit und somit unseren Footprint. Ein Argument und ein klarer Vorteil, den man sich durch den Kopf gehen lassen sollte.

Abschließend möchte ich festhalten: Wichtig ist, dass man sich von dem Gedanken „es muss perfekt sein und so wie sonst auch ablaufen“ entfernt, seine eigene Kreativität und Feingefühl nutzt und neue Vorgehensweisen schafft. Hierbei gilt wie bei vielen anderen Dingen, dass es nicht immer hilfreich ist die Praxis der realen Welt 1:1 in die virtuelle Welt zu übertragen. Virtuelles Coaching ist nicht der neue Weg zu coachen, bietet andere Chancen, neue Möglichkeiten und kann eine tolle Ergänzung sein.

Bildquelle: TEAMWILLE/Delia Klein

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