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Verbundene Seile vor Bergkulisse
5
Mai

Wir brauchen Freunde bei der Arbeit: Virtuelles Teambuilding

Ein Kaffee in der Küche. Ein kurzer Plausch auf dem Gang. Einmal kurz den Bürostuhl drehen und die Kollegen zum Ideenaustausch einladen – eine (von mir) viel genutzte und lieb gewonnene Möglichkeit, wenn die Gedanken wieder Kreise drehen. Wir alle kennen und schätzen diese Kleinigkeiten, die uns den Arbeitsalltag versüßen. Den Support von den Kollegen vor Ort. Für virtuelle Teams eine wahre Herausforderung, nicht nur in der aktuellen Coronavirus-Situation.

Laut Harvard Business Review steigern freundschaftliche Beziehungen am Arbeitsplatz die Mitarbeiterzufriedenheit um bis zu 50 %. Weiter noch: Teams, die sich kennen, austauschen, sich vertrauen und Spaß miteinander haben, kommunizieren effektiver, helfen sich gegenseitig, motivieren sich und steigern damit die Produktivität. Für uns Grund genug, das Buzzword Teambuilding genauer unter die Lupe zu nehmen. Vor allem möchte ich Möglichkeiten ansehen, wie Teambuilding virtuell funktionieren kann.

Teambuilding: Eine Herausforderung für virtuelle Teams

Als Berater, Projektmanager und Trainer sind wir bei TEAMWILLE viel unterwegs. Hinzu kommt die Verteilung über verschiedene Standorte. Da ist es auch für uns keine leichte Aufgabe, das Team beisammen zu halten. Die aktuell noch geltenden Kontaktbeschränkungen machen es nicht einfacher. Wie wichtig ein „Wir-Gefühl“ ist, zeigt nicht nur die bereits erwähnte Studie. Bei allen Vorteilen, die die Arbeit im Homeoffice mit sich bringt: Einsamkeit ist eine häufig genannte Schattenseite von Remote-Workern. Fehlende Verbindungen zu Kollegen und Kolleginnen ist zudem einer der häufigsten Kündigungsgründe. So wird physische Distanz auch oft zu emotionaler Distanz, nicht nur zu den Kollegen, sondern auch zum Unternehmen. Dabei werden Mitarbeiter mit hoher emotionaler Bindung an das Unternehmen als besonders produktiv eingeschätzt. Ein Teufelskreis für Unternehmen und Heimarbeiter. Grund genug, sich auch als Arbeitgeber Gedanken zu machen, wie der virtuelle Austausch zwischen den Kollegen gefördert werden kann.

Was verstehen wir unter Teambuilding? Als Teambuilding werden weitläufig alle Aktivitäten bezeichnet, die unterstützen, dass sich ein Team kennenlernt und Bindungen zwischen den Mitarbeitern entstehen. Oft geschieht dies ganz automatisch: In der gemeinsamen Mittagspause, in der Kaffeeküche, aber auch bei der gemeinsamen Arbeit im Büro. Es ist daher eine besondere Herausforderung, auch Teams in den Austausch zu bringen, bei denen physischer Kontakt aufgrund unterschiedlicher Arbeitsorte, Arbeitszeiten oder – wie aktuell – aufgrund von besonderen Situationen nicht möglich ist. Eines ist klar: (Virtuelles) Teambuilding ist Arbeit und erfordert Zeit und Engagement. Nicht nur von den Mitarbeitern, sondern insbesondere auch vom Arbeitgeber. Letztendlich profitieren aber alle davon: Der Arbeitgeber von zufriedenen, motivierten und effizient arbeitenden Mitarbeitern. Und die Mitarbeiter eben von einem tollen Team, das sich gegenseitig unterstützt. Wir haben Ideen zusammengetragen, die virtuelle Teams nutzen können, um eine Bindung zueinander aufzubauen und zu erhalten.

Damit physische Distanz nicht zur emotionalen Distanz wird

Die wichtigste (und schon oft erwähnte Regel): Kamera an!

Schreiben ist nützlich. Miteinander zu sprechen ist toll. Sich dabei zu sehen ist noch viel besser. Nutzt die Videofunktion, um zu sehen, wie es Eurem Gegenüber geht. Wie seine Mimik, Gestik und Körperhaltung ist. All das macht Kommunikation aus. Nur einen Bruchteil unserer Kommunikation findet über Worte statt. Wir kommunizieren bis zu 90 % nonverbal. Auch über Video.

Achtet doch bei eurem nächsten Videocall aktiv darauf, wie die Körperhaltung eures Gesprächspartner ist, welche Reaktionen in seinem Gesicht erkennbar sind. All das gibt Auskunft über den wahren Gemütszustand neben den obligatorischen „Wie geht’s dir?“-Floskeln. Weiterhin hilft es, Missverständnisse oder Unstimmigkeiten zu vermeiden. Und liebe Führungskräfte – bitte geht mit gutem Beispiel voran; liebe Moderatoren – bitte fordert Eure Konferenzteilnehmer auf, die Kamera anzumachen; liebe Konferenzteilnehmer – bitte schaltet Eure Kamera ein. Lasst Eure Kollegen an Eurem (Arbeits-)Alltag teilhaben.

Und sollte es mal ganz unordentlich sein: Viele Videodienste bieten inzwischen die Funktion an, den Hintergrund unscharf zu machen oder sich selbst sogar vor eine virtuelle Leinwand zu setzen. Wie wäre es denn heute mal mit einem Telefonat vom Strand aus? Gleich wieder ein Gesprächsthema, um mit den Kollegen in den Austausch zu kommen. Positiver Nebeneffekt: Kameras tragen dazu bei, dass sich alle Teilnehmer auf den Call konzentrieren und nicht nebenbei noch andere Aufgaben wahrnehmen. Zwei Fliegen mit einer Klappe sozusagen. Und apropos Kollegen am Alltag teilhaben lassen:

Öffnet Euer Zuhause für die Kollegen.

Zugegeben, nicht jeder Mensch fühlt sich damit wohl, Berufliches und Privates zu vermischen. Sich für ein Team zu öffnen, in den Austausch zu kommen und freundschaftliche Beziehungen zu pflegen, bedeutet aber auch, private Informationen zu teilen. Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich in Videokonferenzen die Wohnungen meiner Kollegen inspiziere. Dabei spielt Neugierde wohl eine große Rolle. Aber ich nutze die Gelegenheit auch, um mehr über meinen Gesprächspartner zu erfahren. Und um einen Anknüpfungspunkt für ein Gespräch zu haben. Warum nutzen wir das nicht aktiv und lernen uns so besser kennen? Zeigt Euren Kollegen, wie ihr wohnt und wie euer Arbeitsplatz aussieht. Postet Fotos auf einer internen Plattform. Teilt ein kurzes Video. Alles trägt zum „Wir“-Gefühl bei. In virtuellen Zeiten heißt es also: Das Private wird Beruflich.

Gemeinsame virtuelle Events.

Wie wäre es mit einem gemeinsamen Bier zum Wochenende, einem Kaffee zum Wochenstart, einer gemeinsamen Meditations-Session oder einem Mittagessen? Geht virtuell nicht? Doch. Einfach einen regelmäßigen Termin für alle einstellen – wer immer Lust und Zeit hat, kann sich per Videochat dazuschalten. Haltet die Eindrücke einfach per Screenshot oder Video fest und ladet sie auf einer für alle Mitarbeiter zugänglichen Plattform hoch. Das schafft ein Gemeinschaftsgefühl und motiviert den einen oder anderen, das nächste Mal auch teilzunehmen. Virtual Lunch für alle!

Oder mal ein virtueller Filmabend? Streamt einen Film für alle Mitarbeiter. Lasst dabei unbedingt die Chatfunktion an und bietet so eine Plattform für den Austausch. Gemeinsam Lachen ist eine der besten und schönsten Möglichkeiten ein Team zusammenzubringen.

Ein positiver Nebeneffekt: Egal ob gemeinsamer Filmabend, Lunch oder das bei uns sehr beliebte Feierabendbier – alle Events sind ebenso eine kleine Auszeit vom Arbeitsalltag. Sie laden dazu ein abzuschalten, Pause zu machen und mal an etwas Anderes zu denken als den nächsten Videocall.

Das virtuelle Büro.

Ein ungeschriebenes Gesetz: Der Erste im Büro macht die Kaffeemaschine an! Ins Virtuelle übersetzt: Der Erste macht einen virtuellen Konferenzraum auf. Im Laufe des Tages kann sich jeder einwählen, der nur mal kurz „Hallo“ sagen möchte, ein bisschen Gesellschaft braucht oder eine Frage hat. Lasst den Raum den ganzen Tag oder für bestimmte Zeiten offen. So gibt es für alle Mitarbeiter immer eine virtuelle Anlaufstelle, die ohne viel Aufwand erreicht werden kann.

Lasst Euch connecten.

Nutzt Erweiterungen für Euer Collaboration-Tool. Ihr nutzt Slack? Prima. Probiert doch mal die Erweiterung Donut aus. Hier werden per Zufall (virtuelle) Begegnungen unter Kollegen organisiert – einen virtuellen Kaffee oder einem virtuellen Plausch. Macht Spaß, der (informelle) Austausch geht im Homeoffice nicht verloren und Kollegen, die bisher nicht viel Kontakt hatten werden miteinander connected. Mehr Infos gibts unter donut.com.

Offtopic.

Egal ob Slack, Microsoft Teams oder WhatsApp: Macht eine Gruppe oder einen Channel für Offtopic-Themen auf. Dort können lustige Themen oder auch Bilder von Haustieren etc. gepostet werden – meist ergeben sich daraus persönliche Gespräche oder zumindest ein Lächeln im stressigen Arbeitsalltag. Wenn Ihr das noch ausbauen wollt:

  • Bittet einen Facilitator, von jedem Mitarbeiter ein paar persönliche Fakten, Bilder oder ein Zitat einzuholen. Diese werden morgens in einem Channel gepostet. Alle Mitarbeiter dürfen ihren Tipp abgeben und abends folgt die Auflösung.
  • Stellt Aufgaben an Eure Mitarbeiter, z. B. ein Foto von der liebsten Kaffeetasse oder vom Lieblingsplatz zum Entspannen – alles was einen persönlichen Einblick gewährt. Postet diese zum Beispiel über miro.com und kreiert ein Whiteboard voller persönlicher Eindrücke.
  • Postet die Challenge der Woche. Dies kann bspw. eine sportliche Aktivität sein oder auch ein leckeres Rezept.

Was alle Optionen gemeinsam haben: Mitarbeiter finden so schneller eine Connection zueinander, einen Anknüpfungspunkt für Gespräche über gemeinsame Hobbies, Kunden, Lieblingsplätze oder auch Lieblingsrezepte.

Spielt gemeinsam Spiele.

Die Auswahl ist groß. Virtuelle Schnitzeljagd via goosechase.com, Quiz- und Ratespiele via houseparty.com, Sport via ngl.com, Strategie via League of Legends oder auch mal Karaoke. Das alles lässt sich ganz wunderbar online organisieren. Findet ein paar Gleichgesinnte und macht Euch auf in die Welt des „Onlinegamings“. Auch hier gilt wieder: Gemeinsame Erlebnisse zahlen auf das „Wir“-Gefühl ein. By the way: Singen löst Angst- und Verspannungsgefühle. Einfach gesagt: Während wir singen ist unser Gehirn nicht in der Lage, Platz für negative Gefühle zu lassen. Gerade in der aktuellen Situation, in der viel Unsicherheit herrscht, sollten wir das im Hinterkopf behalten.

Long story short: Viele Teambuilding-Maßnahmen scheinen im ersten Augenblick seltsam oder unkonventionell. Wichtig ist, dass alle Maßnahmen freiwillig bleiben. Das sollte Arbeitgeber aber nicht davon abhalten, diese regelmäßig anzubieten, selbst mit gutem Beispiel voranzugehen und so die Hemmschwelle abzubauen. Wenn Teammitglieder sich wohl miteinander fühlen, arbeiten sie besser zusammen, sie kommunizieren offener, vertrauen sich, agieren selbstbewusster, teilen Ideen und schaffen damit eine positive Arbeitsatmosphäre. Zusammenarbeit ist der Schlüssel zum Erfolg. Und der Schlüssel für Zusammenarbeit sind persönliche Bindungen.

Let’s get connected.

Bildquelle: iStock.com/frederikloewer

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