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13
Dez

User Experience – Der Weg zur Gestaltung von kundenzentrierter Weiterbildung

 

Trainingsangebote existieren wie Sand am Meer. Seien es zum Beispiel Sicherheitsschulungen für die Benutzung von Gefahrgütern, Trainings für die Anwendung einer Software oder zur Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten. Die Angebote und Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Gerade in beruflicher Hinsicht ist Weiterbildung heutzutage nicht mehr wegzudenken, da der Arbeitgeber folgerichtig den Sinn hinter Investitionen in den eigenen Mitarbeiter sieht. Doch auch der private Bereich wird nicht vernachlässigt, wie beispielsweise an dem sportlichen Trainingsangebot zu erkennen ist. Ziel dieser vielfältigen Weiterbildungsangebote ist, dass die Theorie und der Transfer in die Praxis dazu befähigt die individuellen Lernfelder zu beherrschen, verbessern und praktisch anwenden zu können.

An diesem Punkt stellt sich berechtigterweise die Frage, was ein gutes Training ausmacht. Wie wird eine hohe Qualität erreicht? Welche Methoden werden verwendet? Welchen Praxisbezug hat die Weiterbildung? Was befähigt die Trainer? All diese Fragen zielen im Endeffekt darauf ab, welchen Nutzen der Teilnehmer aus dem Training zieht. Etwas lebendiger formuliert würde es heißen, welche Nutzererfahrung, oder in Neu-Deutsch, User Experience (UX) bieten die Trainings?

UX ist derzeit in aller Munde. Geboren im digitalen Bereich, wo es darum geht Inhalte dem Verhalten der Kunden nach zu designen, richten sich immer mehr Unternehmen dem Kunden nach aus. Das Akronym UX „bezeichnet das Nutzungserlebnis eines bestimmten Produkts. Sie spiegelt Erfahrungen sowie auch Empfindungen und Gefühle einer Person während der Benutzung eines Produktes wieder.“ [1]

Wie auch bei agilen Methoden zur Produktentwicklung, wo der Kundennutzen oder die Wertgenerierung für den Kunden neu in den Vordergrund gestellt wird, geht es bei der UX im Trainingskontext um die Erfahrungen des Nutzers. Aus diesem Grund richten wir uns bei TEAMWILLE bei der Erstellung und Durchführung von Trainings im Sinne des UX den Anforderungen und Wünschen der Teilnehmer aus. Dabei liegt der Fokus auf vier Handlungsfeldern, die TEAMWILLE bei der Planung und Durchführung von Weiterbildungsmaßnahmen berücksichtigt:

  • Teilnehmer im Vorfeld verstehen: Bei der Vorbereitung geht es darum die Teilnehmer zu verstehen bzw. im Auftragsgespräch herauszufinden, wie die Inhalte des Trainings aussehen sollten, um den Teilnehmern/Kunden den größtmöglichen Nutzen zu bieten. Dabei geht es auf der einen Seite um das Ziel des Trainings, zum anderen ist es wichtig die Gruppe im Ganzen zu sehen. Bei einer homogenen Gruppe z.B. lassen sich mehr interaktive Bestandteile ins Training einbringen, da sich die Teilnehmer auf dem gleichen Stand befinden. Bei einer heterogenen Gruppe ist das Ziel alle Teilnehmer am Ende des Trainings auf dem gleichen Stand zu bringen.
  • Teilnehmer „abholen“: Grundlage für einen erfolgreichen Schulungstag ist es, zu Anfang einen Eindruck der einzelnen Teilnehmer zu bekommen. Dabei geht es um ein persönliches Kennenlernen, den bisherigen Wissenstand in Erfahrung zu bringen und mit welchem Ziel oder Erwartungen der Teilnehmer am Training teilnimmt.
  • Methoden zur Informationsaufnahme anwenden: Um ein nachhaltiges Training zu gewährleisten ist die Methodik der Informationsvermittlung der wichtigste Punkt nach den Inhalten. Daher ist die Verwendung von interaktiven Methoden sehr wichtig, denn nur dadurch bleiben die vermittelten Inhalte bei den Teilnehmern in Erinnerung. Die Grafik belegt, dass Trainingsmethoden, wo der Teilnehmer aufgefordert ist Inhalte selbst wiederzugeben oder gar auszuführen, die wirksamsten Methoden sind um Trainingsinhalte nachhaltig zu vermitteln.

Lehnert, Uwe: Der EDV-Trainer. EDV-Lehrveranstaltungen planen, EDV-Hand­habungswissen vermitteln. Lehr- und Handbuch für Trainer, Ausbilder, Instruk­toren, Berufsschullehrer, Volkshochschuldozenten, Mitarbeiter des Benut­zerservices, Trainer von EDV-Trainern, München/Wien 1997, S. 118.

 

  • Empathie des Trainers: Durch die Fähigkeit sowie der Bereitschaft des Trainers sich in die Situation des Teilnehmers hineinzuversetzen und seine Perspektive einzunehmen, geht der Trainer aktiv auf die Teilnehmer ein und stellt damit sicher, dass die Teilnehmer einen persönlichen Mehrwert aus dem Training ziehen. Das wird in der Praxis dahingehend deutlich, dass z.B. für den Teilnehmer bekannte Analogien genutzt werden, um die zumeist theoretischen Inhalte schon während des Trainings auf die Situation der Teilnehmer zu beziehen und somit verständlich zu machen.

Wie unschwer zu erkennen ist, hängt eine nachhaltige Weiterbildung nicht nur vom Inhalt ab, sondern vor allem von der Art und Weise der Weitergabe. Spannende Inhalte können aufgrund einer monotonen Vermittlung in negativer Erinnerung bleiben. Das Ziel einer Weiterbildung gerät somit in Gefahr, da die Teilnehmer die Thematik nicht im angestrebten Sinne aufgenommen haben und umsetzen können. Daher gilt es sich bei der Durchführung einer Weiterbildung im Sinne der User Experience nach dem Kunden auszurichten und mit einer geeigneten Methodik für die Zielgruppe ein Lern-Erlebnis zu generieren.

 

Quellen:

[1] https://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/user-experience

[2] Lehnert, Uwe: Der EDV-Trainer. EDV-Lehrveranstaltungen planen, EDV-Hand­habungswissen vermitteln. Lehr- und Handbuch für Trainer, Ausbilder, Instruk­toren, Berufsschullehrer, Volkshochschuldozenten, Mitarbeiter des Benut­zerservices, Trainer von EDV-Trainern, München/Wien 1997.

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